Der Mann ohne Nerven
Harry Piel, ein deutscher Action-Star
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Der Mann ohne Nerven
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Und: Action!

Mit seinen abenteuerlichen und actionreichen Geschichten bringt Harry Piel frischen Wind in den deutschen Stummfilm. Was er macht, ist populäres Genrekino: Abenteuer- und Kriminalgeschichten, Box- oder Zirkusfilm.


1915 inszeniert Piel seinen ersten Science-Fiction-Film: Die große Wette. Es geht um einen Maschinenmenschen – so wie in Fritz Langs weltberühmten Stummfilmklassiker Metropolis (D 1926), der erst ein Jahrzehnt später ins Kino kommen wird.

Während viele Filmschaffende der Kinofrühzeit vom Theater kommen, ist Harry Piel direkt in die Branche eingestiegen. Er ist ein besessener Regisseur.

Ganz großes Kino

Der Filmkunst ordnet er alles unter – mitunter auch das Wohl von Kameraleuten, Stuntmen oder mitwirkenden Tieren. Er will sein Publikum immer wieder überraschen und er weiß, wie man mit Bildern erzählt.

Kamera in Bewegung

Noch wenige Jahre zuvor drehten die Pionier:innen des Kinos mit einer statischen Kamera. Wie auf einer Theaterbühne wurde das gesamte Geschehen erfasst.

In den Filmen von Harry Piel ist die Kamera dagegen geradezu befreit. Er montiert sie an Kutschen, unter Autos und bindet seinen Kameramann sogar einmal an den Flügel einer Windmühle. Geschickt nutzt er unterschiedliche Kameraeinstellungen und -perspektiven bei seinen On Location-Drehs an realen Orten und fügt diese zu dynamischen Sequenzen zusammen.

Das Abenteuer eines Journalisten (D 1914)

Das Action-Rezept

Explosionen, Verfolgungsjagden, waghalsige Stunts und Drehorte auf der ganzen Welt – das alles ist heutzutage Standard bei James Bond & Co. Harry Piel aber hat schon in den 1910ern begriffen, dass dies die Zutaten für einen guten Actionfilm sind.